Ist die Todessehnsucht der SPD-Spitze unbegrenzt? Sie sollte Steinbrück trotz der Peinlichkeit eines Rückzugs wieder aus dem Verkehr ziehen.

03. Januar 2013  Politische Korruption

SPD-Kavallerist Steinbrück – Bildquelle: Google

Auf ein gutes Neues! So wie es aussieht, wird das zumindest, was die Politik betrifft, ein frommer Wunsch bleiben. Wir haben im Wahljahr 2013 eine Alternative verdient. Aber den Wechsel wird es nicht geben, weil sich die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Steinbrück abgrundtief vertan hat.

Für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser sind diese Erkenntnisse nicht neu. Aber angesichts der neuesten und aktuellen Fehltritte des Dauerbrenners Steinbrück reift jetzt auch in anderen Medien die Erkenntnis vom Fehlgriff. „Er kann es nicht“, schrieb die FAZ am 30. Dezember. Das Medienecho auf Steinbrücks Klage über das niedrige Gehalt der Bundeskanzlerin/des Bundeskanzlers und über den Frauenbonus Angela Merkels ist verheerend. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass es kein Wechselklima gibt und dass Angela Merkel ihre Position ausbauen konnte. Die Lage ist so ernst, dass man von der SPD-Führung verlangen muss, zwischen zwei schlechten Alternativen nach der weniger schlechten zu greifen. So ist das manchmal im Leben. Von Albrecht Müller

I. Kein Wechselklima – Im Gegenteil: Merkel und Union bauen ihre Position aus

In der folgenden Tabelle sind für Sie auf der Basis der von Spiegel online veröffentlichten Umfragen von sechs Instituten die Ergebnisse zum Jahresende 2012 und verschiedene Koalitionsmöglichkeiten notiert:

Tabelle: Umfrageergebnisse Ende 2012 plus Koalitionsmöglichkeiten auf dieser Basis

Veröffentlicht am: Forschungs-
Gruppe Wahlen
14.12.12
Infratest
Dimap
21.12.12
Allensbach
19.12.12
TNS
Emnid
23.12.12
Forsa
26.12.12
GMS
17.12.12
(1) CDU/CSU
(in Klammern Werte von Anfang 2012)
40
(36)
40
(35)
37,5
(35)
40
(35)
41
(35)
40
(36)
(2) SPD 30
(30)
30
(30)
30
(27)
28
(29)
27
(26)
29
(29)
(3) Die Grünen 13 13 14 13 13 14
(4) Die Linkspartei 7 7 6,5 8 8 7
(5) FDP 4 4 4,5 4 4 4
(6) Die Piraten 3 3 3,5 4 3 3
(7) Schwarz-Gelb 44 44 42 44 45 44
(8) Rot-Grün 43 43 44 41 40 43
(9) Rot-Grün-Rot 50 50 50,5 49 48 50
(10) Schwarz-Grün 53 53 51,5 53 54 54
(11) Ampel 47 47 48,5 45 45 48

Quelle: Spiegel Online

Kurze Erläuterung:

Wenn Sie diesen Link anklicken und auf die einzelnen Institute gehen, dann können Sie die Umfrageergebnisse auch im Zeitablauf einsehen.

Zeile (1) zeigt, dass die Union bei allen Instituten mit Ausnahme von Allensbach neun Monate vor der Wahl 40 % erreicht. In der gleichen Zeile haben wir in Klammern die Umfragewerte vom Jahresanfang 2012 eingefügt. Das waren 35 bzw. 36 %. Die Union hat also durchgehend in den Umfragen aufgeholt.

In Zeile (2) sehen Sie, dass die SPD heute in den Umfragen rund zehn Punkte hinter der Union liegt. Die Werte in Klammern zeigen, dass sich für die SPD im Jahresablauf 2012 keine positive Bewegung abgezeichnet hat.

Zeile (4) zeigt, dass die Linkspartei nach den Umfragen stabil über der 5 %-Klausel liegt.

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