Umsteigen in die Zukunft

05. Februar 2017  Positionen, Presse

Umsteigen in die Zukunft

Klaus Gebhard, Diplom-Ingenieur, erläuterte am Dienstag, den 24. Januar im Spitalkeller in Kirchheim die Möglichkeiten, aus der ungeliebten Dauerbaustelle Stuttgart 21 jetzt noch auszusteigen bzw. sie in ein sinnvolles Konzept zu überführen.

Gebhard weist auf die immensen Kosten von Stuttgart 21 hin. Laut Bundesrechnungshof liegen die geschätzten Kosten jetzt schon bei 10 Milliarden Euro. Wir erinnern uns, dass bei  dem Bürgerbegehren von 4,5 Mrd. € die Rede war und alle Befürworter versicherten, dass es auf keinen Fall teurer werden würde. Stuttgart 21 bindet auf Jahre hinaus alle Gelder, so dass für Verbesserungen im Nahverkehr nichts mehr übrig bleiben wird. Ein Schildbürgerstreich, der den Bürgern in der Region sehr  teuer zu stehen kommen wird.

Ein Umstieg wird nach Schätzungen der Experten ca. 4 Mrd. € kosten und somit  ca. 6 Mrd. € gegenüber Stuttgart 21 einsparen. Darüber hinaus können Baurisiken, wie die Beeinträchtigung des Mineralwassers oder der Bau durch den Gipskeuper südlich von Degerloch, vermieden werden. Gipskeuper quillt bei Berührung mit Wasser auf.

 Da bisher bereits  1,8 Mrd. Euro  in Stuttgart 21 vergraben wurden, haben die Autoren des Umstiegs die bisherigen  Baumaßnahmen in ihr Projekt integriert.  Würde das Konzept bei den Regierungsparteien Gehör finden,  so Gebhard, dann könnten alle, die den Stuttgarter  Kopfbahnhof künftig nutzen, einen modernen,  Licht durchfluteten Bahnhof, mit reichlich Platz für Busse und Fahrräder,  eine einladende Umgebung mit Gastronomie und  Grünflächen genießen. Das Ganze findet nicht mehr 28 Meter unter Tage statt, sondern oberirdisch mit Tageslicht. Um einen Eindruck der ökologischen Möglichkeiten des Konzeptes zu erhalten, erläuterte Gebhard, dass die lichtdurchlässige und mit Solarzellen versehene Überdachung der Bahnsteige 12% des Stromverbrauchs der Stadtbahnen in Stuttgart  generieren könnte.

 Außerdem sieht das Konzept den Ringschluss der S-Bahnstrecke ab Bernhausen bis hinunter nach Wendlingen vor. Statt einer Busverbindung wäre dann endlich eine direkte S-Bahnverbindung von Kirchheim auf die Fildern und zum Flughafen möglich.

Das Fazit des Ingenieurs: „Wird Stuttgart 21 wie bisher weiter gebaut, wird es zu jahrelangen Bauverzögerungen, zu Mehrkosten von 6 Mrd. €  kommen und keine weiteren Investitionen  in  andere Bereiche des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichen. Die Chance auf eine nachhaltige Mobilität wird über Jahrzehnte verspielt.“

Nach reger Diskussion erhielt Klaus Gebhard viel Applaus und Zustimmung. Um die Auseinandersetzung mit Stuttgart 21 zu unterstützen, spendeten die Anwesenden fast 200 € an die „Schutzgemeinschaft Filder“.

 


Ein Kommentar zu „Umsteigen in die Zukunft”

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*